Wernges: Sterbliche Überreste von Vermisster gefunden

Tötungsdelikt vermutet

Die schreckliche Befürchtung ist bestätigt: In Lauterbach-Wernges kam es am Mittwoch zu einem größeren Polizeieinsatz (wir berichteten), der im Zusammenhang mit einem laufenden Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Gießen und des Polizeipräsidiums Osthessen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts steht. Das teilen die Behörden nun mit.

Die Ermittlungen gerieten bereits am vergangenen Sonntagabend, 30. Juni, in Gang, nachdem eine Streife der Polizei in Lauterbach zu einer Streitigkeit zwischen den dortigen Vermietern und einem ehemaligen Mieter hinzugerufen worden war. In diesem Kontext teilte der Ex-Mieter den Beamten mit, dass sich in dem Haus bis Anfang des Jahres noch eine weibliche, geistig beeinträchtigte Person aufgehalten habe, die jedoch plötzlich verschwunden sei. Im Zuge einer am Folgetag durchgeführten kriminalpolizeilichen Vernehmung berichtete der Zeuge ferner von diversen körperlichen Übergriffen zum Nachteil der 55 Jahre alten Vermissten.

Aufgrund weiterer umfangreicher Folgeuntersuchungen der Strafverfolgungsbehörden – insbesondere in Gestalt von Zeugenbefragungen und Finanzermittlungen – ergab sich schließlich der Verdacht eines Kapitaldelikts gegen die Vermieter des Anwesens. Hierbei handelt es sich um einen 58-Jährigen und dessen 43 Jahre alte Lebensgefährtin. Beide Beschuldigte wurden am Mittwoch unter Beteiligung von Spezialeinsatzkräften an ihrer Wohnanschrift festgenommen. Anschließend wurde das Anwesen aufgrund eines richterlichen Beschlusses durchsucht. Hierbei konnte umfangreiches Beweismaterial und die sterblichen Überreste der vermissten 55-Jährigen aufgefunden werden.

Täter sind deutsche Staatsangehörige

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde der Leichnam unverzüglich in das Institut für Rechtsmedizin nach Gießen überführt. Am Donnerstag-Nachmittag sollen die Beschuldigten auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem zuständigen Haftrichter beim Amtsgericht Alsfeld vorgeführt werden. Bei sämtlichen Beteiligten handelt es sich um deutsche Staatsangehörige. Die Beschuldigten, die den Tatvorwurf bestreiten, sind nicht vorbestraft. Zum Ergebnis der Obduktion und damit der Todesursache sowie den Tathintergründen können aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit keine Angaben gemacht werden. +++